Sport- und Freizeitaktivitäten in der Natur: Aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen in der Praxis

Die Frage des Naturschutzes und des Klimawandels steht bei den Debatten im Mittelpunkt

Viele Debatten wurden von der Frage des Klimawandels und des Naturschutzes dominiert. Auf der Seite des Klimawandels liegen die Probleme in den erhöhten Gefahren in den Bergen aufgrund schmelzender Gletscher und Permafrostböden, aber auch aufgrund wiederholter Dürren, die Wassersportarten wie Kanufahren beeinträchtigen. Darüber hinaus nehmen die gesetzlichen Auflagen zu und es entstehen neue Spannungen zwischen Sport- und Naturliebhabern und Naturschützern, die der Regierung oder Vereinskreisen angehören. In der Tat ist die Angelegenheit verwirrend, da die Personen, die Sport- und Naturaktivitäten ausüben, sich auch als Naturliebhaber bezeichnen.

Quelle : idealco.fr

 

Entwicklungen in der Praxis: der digitale Wandel

Der Sektor Sport & Natur zeichnet sich dadurch aus, dass er sowohl eine kommerzielle als auch eine nichtkommerzielle Aktivität darstellt, da viele Menschen ihre Freizeitaktivitäten auf selbstorganisierte Weise ausüben. Heute wird der Sektor immer komplexer zwischen den Erwartungen der Tourismusbranche, der Umweltschützer und der Sportbranche. Es kommt zu zeitweiliger Übernutzung und Nutzungskonflikten. Den Gemeinden fehlen noch die Werkzeuge und Daten, um diese Probleme in den Griff zu bekommen. Der digitale Wandel ist im Gange, aber er bringt sowohl Lösungen als auch neue Probleme mit sich. Das Tool outddoorvision zum Beispiel, ein Service, der vom Pôle ressource national sport de nature angeboten wird, ist bei den Verwaltern der Orte beliebt. Auf freiwilliger Basis ermöglicht es die APP, die georeferenzierten Spuren von Wanderern und Skifahrern, Mountainbike- und Rennradstrecken sowie Trails zu sammeln. Diese Datenbanken sind sehr wertvoll, um die Sicherheit und die Strecken zu verbessern, aber auch um solide Kenntnisse über die Schwankungen der Besucherzahlen und die Auswirkungen auf die Umwelt zu erlangen.

Quelle : outdoorvision.fr

 

Andere digitale Tools zur gemeinsamen Nutzung von Routen sind ein großes Problem für Umweltfachleute, wenn sie sehen, dass die Sportler in sensible Umgebungen wie Wälder, die sich in der Regenerationsphase befinden, eindringen. Die Förster beschweren sich natürlich darüber. Umgekehrt stellen auch von Naturschützern entwickelte kollaborative Werkzeuge einige Teilnehmer wegen ihrer potenziell unerwünschten Wirkung in Frage. So zum Beispiel das von der Vogelschutzliga LPO angebotene Tool "Biodiv'Sports", das partizipative Daten über Wildruhezonen sammelt. Besteht bei einem solchen Vorgehen nicht die Gefahr, dass diese Ruhezonen auf das ganze Land ausgedehnt werden? Die LPO räumt ein, dass sie keine Wunderlösung hat, aber dass dies ein erster Schritt zu mehr Abstimmung und Dialog zwischen den verschiedenen Naturnutzern, Sportlern, Förstern und Naturforschern ist.Quelle : Biodiv’Sports, Ligue pour la Protection des Oiseaux LPO

 

Neue Zielgruppen und ein Angebot, das oft nicht an die Nachfrage angepasst ist

Das mehrtägige Wandern ist ein zukunftsträchtiges Marktsegment, das sich weiter entwickelt. Für die 11 Naturparks des Zentralmassivs besteht die Herausforderung in der Schaffung neuer zielgruppenorientierter Angebote, um den Bedürfnissen einer neuen Klientel gerecht zu werden, d. h. einer jungen, städtischen Klientel, der es an Erfahrungen in der freien Natur fehlt. Für diese neue Zielgruppe ist eine Begleitung erforderlich. Parallel zu dieser Wanderung entsteht ein neuer Wunsch, nämlich der, auf der Strecke zu biwakieren, und zwar völlig unabhängig. Ein Phänomen, das anscheinend niemand hat kommen sehen. Hier stellen sich viele Fragen, wie man diese Nachfrage befriedigen und gleichzeitig im gesetzlichen Rahmen bleiben kann.

Schließlich wurden im Rahmen einer Marktstudie von Auvergne Rhône Alpes Tourisme 8000 Kunden befragt, um zu überprüfen, ob das Angebot den Kundenerwartungen entspricht. Das Ergebnis lässt aufhorchen: Die Kunden wollen weniger Schwierigkeiten, z. B. ein paar Stunden Sport gekoppelt mit kontemplativer Praxis in der Natur und Wellness. Umgekehrt bieten die Incoming-Agenturen Angebote mit Engagement und Leistung an, was also nicht den Wünschen der Mehrheit entspricht. Am Beispiel des Radfahrens wird diese Sportart wegen des Vergnügens, des Wohlbefindens und des Gefühls der Freiheit, das sie vermittelt, ausgeübt. Die sportliche Leistung beim Radfahren ist nur für eine Minderheit von Bedeutung. Im Übrigen probieren Touristen im Urlaub gerne mehrere Sportarten auf oberflächliche Weise aus: Paddeln, Kajaks und Surfen für die Meeresküste. In den Schluchten des Tarn stellen einige das Aufkommen des Multi-Praxis-Roadtrips fest: zuerst Wandern, dann Radfahren und zum Schluss Kanu fahren! Auch Wandertouren mit dem Pferd werden diskutiert.

© Clara Ferand, wildroad.fr

 

Wie kann man sich an diese neue Nachfrage auf der Suche nach Komfort in der Natur anpassen? Wie kann man auf eine zunehmend undisziplinierte Kundschaft in den Bergen reagieren, da diese die "Codes" dieser so besonderen Umgebung nicht kennt? Wie geht man mit Menschenansammlungen um, die der Natur und dem Kundenerlebnis schaden? In Bezug auf den Komfort wurden dank des Aufkommens neuer Dienstleistungen wie Elektro-Mountainbikes oder organisiertem Gepäcktransport auf Wanderrouten bereits Antworten gefunden. Bei den beiden letztgenannten Fragen ist die Herausforderung jedoch so groß wie die Anziehungskraft, die die Natur auf den Menschen ausübt. Im Übrigen steht dieser Zugang zur Natur heute zur Debatte. Auch wenn der kostenlose Zugang gesetzlich garantiert ist, werden Stimmen laut, die eine bessere Organisation der Aktivitäten fordern, wie sie in Nordamerika in den berühmten Nationalparks praktiziert wird, die als beispielhafte Modelle für die Steuerung der Touristenströme in Naturräumen gelten.

 

Quellen

Gaillard Francis, Dedieu Emilie, Dupuy Nicolas, Bessy Olivier. Evolution des politiques de sport et nature. Quels enjeux pour demain ? Comment s’adapter ?

Langenbach Marc, Cau Benjamin, Seray Thierry, Chabert Delpine. Evolution des pratiques : entre conciliation et attentes des néo-pratiquants.