Vom Umgang mit der wachsenden Nachfrage

DeveloppementDurable

Synthese vom 30. September bis zum 12. October 2015

Finanzierung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung

Anlässlich der Generalversammlung vom 25. September 2015 haben die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen siebzehn Ziele für die nachhaltige Entwicklung festgelegt. Die grosse Zahl der Herausforderungen macht eine Priorisierung nicht einfach und lässt die Besorgnis aufkommen, die Anstrengungen könnten sich verzetteln. Aber noch mehr Sorge bereitet den NGOs die Schwierigkeit, ausreichend finanzielle Mittel zu finden, um die beabsichtigten Massnahmen schliesslich auch umsetzen zu können. Die Kostenlage scheint so problematisch, dass das 17. Ziel auf der Liste die Finanzierung betrifft: „Globale Partnerschaft zur Erreichung der Ziele“. Auf internationaler Ebene ist die alleinige Finanzierung durch die öffentliche Hand nicht ausreichend, so dass der private Sektor zur Mithilfe aufgefordert werden muss, wenn man die Zukunft der Menschheit sicherstellen will. Umweltschonendes Wachstum, Zugang zu Wohnraum, Langzeitarbeitslosigkeit usw. sind Themen, die alle etwas angehen, insbesondere aber die sozialen Unternehmen beschäftigen. In gewissen Kreisen ist man der Meinung, dass der Staat sich vor seinen Aufgaben drückt, weil die sozialen Unternehmen gemeinnützige Ziele des öffentlichen Bereichs verfolgen und sich der wichtigsten Gesellschafts- und Umweltprobleme annehmen. Sie übernehmen folglich Aufgaben staatlicher Natur, funktionieren aber nach Gesichtspunkten des Markts. Sie wollen die Probleme, die ihnen wichtig sind, auf effiziente Weise lösen und bemühen sich, wirtschaftlich glaubwürdige Leistungen zu erbringen. Wenn es aber weniger gut läuft, können sie auch auf das Crowdfunding-Modell zurückgreifen, um die gewünschten Veränderungen trotzdem möglichst schnell herbeizuführen. Dass das Engagement der Bürger in vielen Ländern rund um die Erde von nationaler Bedeutung ist, weiss man und man versteht auch warum. Pierre Cannet, der beim WWF Frankreich für Klimafragen zuständig ist, meint zu diesem Thema, es sei „vor allem wichtig, die finanziellen Mittel richtig einzusetzen, nämlich dafür, dass die Unterstützung von schädlichen Prozessen – wie zum Beispiel der Einsatz fossiler Energieformen – zugunsten von nachhaltigen Verfahren aufgegeben wird.“

Ready for take-off in eine sanftere Zukunft

 

Die Zivilluftfahrt bemüht sich allmählich um einen Richtungswechsel. Trotz einer verdeckten Zunahme der Flugpreise kann sie sich zwar weiterhin über zunehmende Passagierzahlen freuen, muss aber nunmehr gewissen Umweltthemen Rechnung tragen. Diese Themen gehen jeden einzelnen etwas an, und alle Länder auf der ganzen Welt müssen sich mit der Suche nach gemeinsamen Lösungen auseinandersetzen. Es ist wichtig zu begreifen, dass Entscheidungen, die heute in Schwellenländern getroffen werden – in China und Indien zum Beispiel – künftige internationale Verpflichtungen beeinflussen, sei es im Bereich der Reduzierung von Emissionen oder bei der Entwicklung von Kohlenstoff-Märkten ganz allgemein. Flugzeughersteller und Fluggesellschaften setzen sich zum Ziel, die Zunahme der Emissionen per 2020 nicht weiter ansteigen zu lassen. Erreicht werden soll dies über eine Verringerung des Kerosin-Verbrauchs, eine Verbesserung der Energieeffizienz der Flugzeuge sowie technische Optimierung vor allem beim Starten und Landen. Damit die positiven Auswirkungen dieser Massnahmen noch besser zum Tragen kommen, bemüht sich die Zivilluftfahrt um eine bessere Abwicklung des Luftverkehrs; sie verfolgt ganz konkrete Ansätze auf den verschiedenen Märkten und setzt auf verstärkten Einsatz von Agrotreibstoff. Es liegt folglich auf der Hand, dass sich Partnerschaften mit der Industrie mehr denn je aufdrängen, wenn man Ziele wie die Reduzierung des CO2-Ausstosses erreichen will, die anlässlich der „Conference of Parties“ (COP) im Dezember in Paris erneut zur Debatte stehen. Dass man den Energieverbrauch in den Griff bekommt, ist ein vorrangiger Punkt im Kampf gegen die Klimaveränderung. Diese Botschaft muss jedoch zwingend einhergehen mit einer Verlangsamung des Verbrauchs natürlicher Ressourcen und mit einem vermehrten Einsatz von alternativen, d.h. erneuerbaren Energieformen. Hat man sich aber die Frage nach dem Preis für die Produktion von Agrarkraftstoffen wirklich gestellt? Das mit der Öko-Umstellung wird nicht ganz einfach…

Glätten der Nachfrage dank dynamischer Tarifstruktur

Disney moduliert seine Preise je nach Nachfrage. Das Konzept ist nicht neu und wurde von diversen Transportgesellschaften schon vor einiger Zeit eingeführt. Die dynamische bzw. variable Preisstruktur ermöglicht eine bessere Bewirtschaftung der Nachfrage. Diese Preisgestaltung erfolgt in Echtzeit und unabhängig vom Wechsel der Jahreszeiten; sie fördert Buchungen in Flautezeiten und lockt neue Kundensegmente an, denn die Nachfrage reagiert sehr sensibel auf den Preis. Besucher, die die Möglichkeit haben, verschieben ihre Reise, um von günstigeren Preisen profitieren zu können. In der Hotellerie ist die dynamische Preisgestaltung bereits gang und gäbe. Airbnb hingegen kennt sie kaum. Zwar erhöhen die Vermieter auch hier die Preise im Sommer, jedoch ist der Unterschied nicht sehr gross und die durchschnittlichen Tagespreise ändern sich nicht allzu sehr im Jahresverlauf. Nur besondere Daten und Events, wie Sylvester in New York oder der Super Bowl in San Francisco, bewirken einen steilen Anstieg der Übernachtungspreise in diesen Städten.