Auf Grundlage der verschiedenen statistischen Daten und Informationen, die dem Walliser Tourismusobservatorium zur Verfügung stehen, wird hier die Analyse der Wintersaison 2025-26 präsentiert.
Mit 4,83 Millionen kommerziellen Übernachtungen verzeichnet das Wallis eine insgesamt solide Leistung (-1,03 % im Vergleich zum Vorjahr), die deutlich über dem zehnjährigen Durchschnitt liegt.
Die folgenden fünf Absätze heben die wichtigsten Punkte nach Sektoren und Märkten hervor und geben einen Ausblick auf die Zukunft. Der vollständige Bericht kann am Ende des Artikels eingesehen und über den nachstehenden Link heruntergeladen werden:
1. Kommerzielle Beherbergung: kontrastreiche Entwicklungen
Der Beherbergungssektor weist je nach Aufenthaltsform unterschiedliche Entwicklungen auf:
- Hotellerie: die Nachfrage bleibt mit 2,3 Millionen Logiernächten weitgehend stabil (+0,7%). Während der Dezember einen wesentlichen Wachstumstreiber darstellte (+7,7%), verzeichnete der Monat März einen deutlichen Rückgang. Die Zimmerauslastung lag bei 55,4%.
- Kurzzeitvermietungen: obwohl dieses Segment mit 2,48 Millionen Logiernächten den grössten Volumenbeitrag leistet, ging die Nachfrage um 2,8% zurück. Die Auslastung der Mietobjekte sank von 45,5% auf 40,8%, was möglicherweise auf das Erreichen eines Sättigungsniveaus hindeutet.
- Campingplätze: hier wurde mit +13,8% bei den Logiernächten das stärkste Wachstum verzeichnet. Diese naturnahe und flexible Beherbergungsform erfreut sich weiterhin grosser Beliebtheit, insbesondere bei Gästen aus der Schweiz und Deutschland.
2. Bergbahnen: das Wallis an der Spitze des Schweizer Rankings
Während die Branche auf nationaler Ebene einen Rückgang von 2% verzeichnete, schlossen die Walliser Bergbahnen die Saison mit einem positiven Ergebnis ab. Die Zahl der Ersteintritte stieg gegenüber dem Vorwinter um 2%. Diese Entwicklung ist auf die Höhenlage der Skigebiete sowie auf die meteorologisch besonders günstige Spätsaison im März und April zurückzuführen.
3. Sport & Freizeit: steigende Besucherzahlen
Das von Tourobs erfasste Panel an Freizeit- und Sporteinrichtungen bildet diesen Wirtschaftssektor zwar nicht vollständig ab, ermöglicht jedoch die Erkennung allgemeiner Trends. In der Wintersaison 2025/26 wurde gegenüber dem Vorwinter ein Anstieg von 3,5 % beziehungsweise insgesamt 555’212 Eintritten festgestellt. Der Dezember erwies sich mit einem Plus von 17,5 % als aussergewöhnlich stark, während der Februar mit über 117’000 Eintritten weiterhin der besucherstärkste Monat blieb.
4. Herkunftsmärkte: Schweizer Treue und starkes Wachstum aus den USA
Die Struktur der Walliser Herkunftsmärkte wird weiterhin vom Inlandmarkt dominiert, während sich international deutliche Entwicklungen zeigen:
- Schweiz: mit einem Marktanteil von 50,5% bleibt sie der wichtigste Herkunftsmarkt.
- USA: sie verzeichnen unter den internationalen Märkten das stärkste Wachstum nach Volumen (+9,1%).
- Europa: die Entwicklung ist differenziert. Während die deutschen Gäste in die Hotellerie zurückkehren, gehen die Zahlen der Gäste aus Frankreich (-13,3%) und den Benelux-Ländern (-9,9%) deutlich zurück.
5. Zufriedenheit der Tourismusakteure und Ausblick
Das Tourobs-Barometer weist eine allgemeine Zufriedenheit von 7,1 von 10 Punkten aus. Die Bergbahnunternehmen zeigen sich mit einer Bewertung von 7,9 am zufriedensten, während die Gastronomie mit 6,4 Punkten eine tiefere Bewertung erreicht.
Ausblick Sommer 2026
Die Prognoseinstitute BAK Economics und KOF rechnen auf Schweizer Ebene mit einem Rückgang der Logiernächte. Hauptgrund ist ein erwarteter Nachfragerückgang auf den Fernmärkten infolge der Auswirkungen des Krieges im Iran auf den internationalen Flugverkehr.
Für das Wallis prognostiziert BAK hingegen ein leichtes Wachstum. Aufgrund des hohen Anteils schweizerischer (46%) und europäischer Gäste (28%) ist der Kanton weniger anfällig gegenüber einer sinkenden Zahl von Langstreckenreisenden.
Zu den zentralen Angebotstrends zählen:
- Natur- und Outdoor-Tourismus,
- die Suche nach kühleren Temperaturen in höheren Lagen,
- die fortschreitende «Premiumisierung» im Luxussektor,
- digitale und immersive Gästeerlebnisse.
Ausblick Winter 2026-27
Die Ferienkalender im Februar beziehungsweise zur Fasnachtszeit gelten als günstiger verteilt als in der vorherigen Saison. Zudem dürften die FIS Alpinen Ski-Weltmeisterschaften, die in der ersten Februarhälfte 2027 im Wallis stattfinden werden, zusätzliche Besucherinnen und Besucher anziehen.
Die strategischen Schwerpunkte konzentrieren sich auf:
- die Entwicklung exklusiver Erlebnisse,
- den Ausbau von «Slow Winter»-Angeboten ausserhalb des klassischen Skisports,
- eine gezielte Kommunikation rund um die durch die Höhenlage gewährleistete «Schneesicherheit».
Saisonrückblick Winter 2025-26 im Wallis :
