Jährlich besuchen Millionen von Touristen unser Land. Viele von ihnen verbringen eine oder mehrere Nächte in Hotels, Chalets, Ferienwohnungen, Zelten, Wohnmobilen oder anderen eher ungewöhnlichen Unterkünften. Dadurch entstehen wichtige wirtschaftliche Vorteile für die Regionen und Akteure der Tourismusbranche. Um Trends frühzeitig zu erkennen und Strategien entsprechend anzupassen, sind die Statistiken zur Beherbergung (HESTA) ein zentrales Informationsinstrument – unabhängig von der gewählten Methode zur Messung der Auswirkungen des Tourismus.
Worüber reden wir?
Die Schweizer Beherbergungsstatistik (HESTA) wird landesweit bei 6000 Hotels, Kurorten und Campingplätzen durchgeführt. Die monatliche Erhebung erfolgt durch das Bundesamt für Statistik (BFS) in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Branchenverbänden. Ziel ist die Erfassung von Daten zu Anzahl der Betriebe, Zimmer und Betten sowie zu Ankünften und Übernachtungen, aufgeschlüsselt nach Herkunftsland der Gäste. Die Übermittlung dieser Daten ist für alle Schweizer Beherbergungsbetriebe gemäss der Bundesstatistikverordnung vom 30. April 2025 (RS 431.011) verpflichtend.
Vereinfachen Sie Ihre Arbeit, indem Sie Ihre Daten automatisch übermitteln
Seit 2020 ist eine automatische Übermittlung dieser Daten an das Statistische Bundesamt über kompatible Systeme möglich. Das bedeutet, dass die für die monatliche Übernachtungsstatistik benötigten Daten automatisch aus Ihrem Hotelverwaltungssystem (PMS) extrahiert werden. Die Vorteile sind vielfältig:
- Spart Zeit und reduziert den Papierkram: Daten müssen nicht mehr manuell in ein Formular eingegeben werden, wodurch mehr Zeit für den Kontakt mit Kunden bleibt.
- Reduzierung von Fehlern und deren Kosten: Automatisierte Systeme begrenzen Auslassungen oder Unstimmigkeiten. Nachbearbeitungsarbeiten sind kostengünstiger. Da HESTA zu gleichen Teilen von der Branche (Verbände, Tourismusorganisationen, Kantone) und dem Bund finanziert wird, profitieren auch die Hoteliers von diesen Einsparungen.
- Zugang zu einem persönlichen Vergleichs-Dashboard: Ermöglicht den Vergleich der eigenen Ergebnisse mit denen einer Gruppe von Betrieben derselben Kategorie im selben geografischen Gebiet. Es stehen verschiedene Vergleichsvariablen wie RevPAR (Umsatz pro verfügbare Zimmer) oder Übernachtungen je nach Herkunft der Gäste zur Verfügung. [mehr Infos HESTA-Dashboard]
- Schnellere Verfügbarkeit der Tourismusstatistik: Durch die automatisierte Datenübermittlung stehen die HESTA-Daten dem Bundesamt für Statistik früher zur Verfügung und können schneller für die Schätzung der Logiernächte auf nationaler und regionaler Ebene verarbeitet werden. Mit HESTA Flash erhalten die Tourismusakteure dadurch bereits 11 Arbeitstage nach Monatsende eine erste Einschätzung der Entwicklung, statt wie bisher erst nach rund 25 Arbeitstagen.
- Sicherheit und Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen.
Zu Beginn war die Implementierung für uns relativ kompliziert und mit einem beträchtlichen Zeitaufwand verbunden. Inzwischen funktioniert die Verbindung jedoch sehr einfach und die Datenübermittlung kann mit nur einem Klick durchgeführt werden. Damit sind wir heute sehr zufrieden. Die wichtigsten Vorteile sehen wir insbesondere in der einfachen Handhabung und in der Zeitersparnis im täglichen Arbeitsablauf. Die automatische Übermittlung erleichtert uns die Meldungen und reduziert den damit verbundenen administrativen Aufwand.
Wie gehe ich dabei vor?
Im ersten Schritt sollten Sie sich an Ihren PMS-Anbieter wenden, um zu erfahren, wie Sie diese Schnittstelle nutzen können. Aktuell bieten 39 Anbieter Automatisierungsmöglichkeiten an, und mit sieben weiteren Unternehmen laufen Gespräche. Damit sind die wichtigsten Akteure des Schweizer Marktes in das System integriert [Liste verfügbar auf der Website des BFS : Digitale Eingabe der Anzahl Logiernächte]. Je nach Anbieter und verwendeter Softwareversion ist die Schnittstelle entweder kostenlos oder gegen eine einmalige Einrichtungsgebühr erhältlich.
Die Verwendung eines kompatiblen PMS ist der Schlüssel zur Automatisierung, aber auch entscheidend für ein effektives Management Ihres Betriebs.
HotellerieSuisse unterstützt aktiv den möglichst breiten Einsatz dieser Automatisierung und kann, wie die regionalen Verbände, Unterstützung, gezielte Schulungen oder Informationen anbieten [Rechnungswesen & Administration – myHotellerieSuisse ].
Ein Pluspunkt für den gesamten Sektor
Die HESTA-Statistik ist weit mehr als eine administrative Formalität: Sie bildet eine wichtige Grundlage für strategische Entscheidungen auf betrieblicher, regionaler und nationaler Ebene.
Hoteliers können die über das Dashboard verfügbaren Kennzahlen nutzen, um die eigene Leistung besser einzuordnen und betriebliche Entscheidungen etwa in den Bereichen Preisgestaltung, Vertrieb oder Ressourceneinsatz zu unterstützen. Gleichzeitig liefern die aggregierten Daten eine wichtige Grundlage, um Entwicklungen der Branche sichtbar zu machen und ihre Interessen gegenüber Behörden und weiteren Partnern fundiert zu vertreten. Eine stärkere Automatisierung der Datenübermittlung kann zudem die Datenverfügbarkeit und -stabilität verbessern und damit die Regionalisierung der Statistik weiter stärken. Gerade für das Wallis würde dies präzisere und zeitnähere Analysen der touristischen Entwicklung ermöglichen.
Branchenverbände wie der Walliser Hotelier-Verein (WHV) oder HotellerieSuisse können sich ebenfalls auf verlässliche und aktuelle Daten stützen, um die Interessen der Branche fundiert zu vertreten – etwa bei Verhandlungen, politischen Stellungnahmen oder der Planung gezielter Marketing- und Fördermassnahmen.
Auch politische Entscheidungsträger, Kantone und Tourismusorganisationen nutzen die HESTA-Daten, um die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus – beispielsweise hinsichtlich Beschäftigung, Wertschöpfung und regionaler Effekte – zu beurteilen, Destinationen und Märkte miteinander zu vergleichen und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören etwa Veränderungen bei den Herkunftsmärkten oder neue Nachfragetrends. Auf dieser Grundlage können tourismuspolitische Massnahmen, Investitionen in Infrastruktur und Mobilität sowie die Vermarktung von Destinationen gezielter ausgerichtet werden.
Mit der automatisierten Datenübermittlung gewinnen die Hoteliers somit nicht nur an Effizienz. Sie leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zu einer schnelleren, verlässlicheren und aussagekräftigeren Datengrundlage für die Weiterentwicklung des Schweizer Tourismus.
